Zoo Berlin tritt Weltnaturschutzunion IUCN bei
Planet Erde in Gefahr: Gemeinsam gegen das Artensterben

Die Erde ist Heimat für unzählige Tier- und Pflanzenarten, doch diese Vielfalt ist bedroht: Der Mensch verursacht derzeit das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier. Aktuell treffen sich auf der Weltnaturschutzkonferenz Cop15 in Montreal Expert:innen mit Vertreter:innen vieler Nationen, um die Zerstörung der Natur bis 2030 zu stoppen. Ein globales Abkommen – analog zum Pariser Klimaschutzabkommen – soll verhandelt werden, um Natur, Ökosysteme und Arten zu schützen und diejenigen zu fördern, die sich schon heute dem Arten- und Naturschutz verschrieben haben. Zoo und Tierpark Berlin bauen ihr Engagement in diesem Bereich aus und haben nun ein internationales Artenschutz Stipendium ausgeschrieben.

Anlässlich der Weltnaturschutzkonferenz hat „Berlin World Wild“ – das aktuell rund 2 Millionen Euro umfassende Artenschutzprogramm von Zoo und Tierpark Berlin – ein neues Stipendiaten-Programm veröffentlicht. Das Stipendium wurde konzipiert, um Nachwuchs Artenschützer:innen zu fördern und wird gezielt junge Naturschützer:innen und Wissenschaftler:innen mit konkretem Bezug zum langfristigen Schutz bedrohter Arten und Lebensräume unterstützen. Die ausgewählten Stipendiaten werden nicht nur finanziell gefördert, sondern werden auch die Chance bekommen, ihren Projekten mehr Sichtbarkeit zu verschaffen.

„Es gibt unzählige junge Menschen, die sich mit einem außerordentlichen Engagement für den Schutz der Natur einsetzen und andere dazu animieren, es ihnen gleichzutun. Wir möchten diese Menschen dabei unterstützen, damit sie sinnvolle Forschung betreiben oder effektive Naturschutz- oder Bildungsprojekte leiten können“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. An-dreas Knieriem. „Der Mensch hat die Artenkrise ausgelöst und ist auch die einzige Spezies, die unsere einzigartige Tier- und Pflanzenwelt noch retten kann. Junge engagierte Menschen sind eine große Hoffnung für die Bewältigung dieser gigantischen Herausforderung“, ergänzt Knieriem. Weitere Informationen zur Ausschreibung des internationalen Artenschutz-Stipendiums des Zoo Berlin befinden sich unter folgendem Link: zoo-berlin.de/conservation-scholarship

Und die weltweite Lage ist dramatisch: Bis zum Ende des Jahrhunderts könnten rund eine Million Arten von der Erde verschwinden. Für viele Tier- und Pflanzenarten ist die Lage aber schon jetzt mehr als bedrohlich, nie zuvor wurden so viele Arten auf der Roten Liste der

Weltnaturschutzunion (IUCN) aufgeführt. Aktuell gelten mehr als 42.100 Arten als vom Aus-sterben bedroht. Arten- und Naturschutz gehören zu den Kernaufgaben moderner Zoologi-scher Einrichtungen – nachdem Zoo und Tierpark Berlin schon länger in Expert*innen-Gremien wie der „Conservation Planning Specialist Group“ vertreten waren, hat der Zoo Ber-lin nun sein Engagement für den Artenschutz weiter ausgebaut und ist seit kurzem als offizi-elles IUCN Mitglied akkreditiert. Neben dem Bundesumweltministerium, dem Bundesamt für Naturschutz und NGOs, wie dem NABU, gehört der Zoo Berlin nun zum ausgewählten Kreis der IUCN Mitglieder in Deutschland. „Unser Planet befindet sich in einer Artenkrise und wir müssen dringend gemeinsam handeln. Die IUCN vereint Regierungen und Organisationen der Zivilgesellschaft mit dem Ziel, die Natur zu schützen und das Leben auf der Erde zu er-halten.

Wir freuen uns, dass der Zoo Berlin der Union beigetreten ist”, verkündet Regional Director Europe der IUCN Boris Erg. Seit 1964 führt die IUCN die „Rote Liste für bedrohte Arten“, welche weltweit als umfassendste Informationsquelle über den globalen Zustand von Tier-, Pilz- und Pflanzenarten gilt. Die Rote Liste liefert Informationen über Verbreitungsgebiet, Populationsgröße, Lebensraum und Ökologie, Nutzung und Handel, Bedrohungen und Erhaltungsmaßnahmen, die als Grundlage für notwendige Schutzmaßnahmen dienen. Die Rote Liste spielt zudem eine tragende Rolle für politische Entscheidungen, die für den Schutz der Biologischen Vielfalt entscheidend sind. Der Zoo Berlin wird sein Engagement in der IUCN ausbauen und sich zukünftig auch stärker in der Gremienarbeit involvieren. Mit seinem Artenschutz-Programm „Berlin World Wild“ unterstützen die Zoologischen Gärten Berlin über 35 Projekte zum langfristigen Schutz bedrohter Tierarten und Habitate.

Hintergrund Weltnaturschutz-Konferenz

Aktuell findet das größte Artensterben seit dem Aussterben der Dinosaurier, etwa alle 14 Minuten verschwindet eine Art. Nach Schätzungen sind rund eine Million Tier- und Pflanzen-arten vom Aussterben bedroht. Von den rund 72.000 in Deutschland bekannten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, gelten ungefähr ein Viertel in ihrem Bestand bedroht. Der hohe Ver-brauch an Ressourcen, intensive Landwirtschaft, Umweltverschmutzung, Klimawandel und die Jagd auf Wildtiere sind die Hauptursachen für das durch den Menschen verursachte Artensterben. Die 15. Weltnaturkonferenz musste mehrfach verschoben werden und findet noch bis zum 19. Dezember im kanadischen Montréal statt. Die Vertragsstaaten der Konvention über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) arbeiten an einem Plan, um den globalen Verlust der Biodiversität bis 2030 zu stoppen.

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